MARTIN SCHÜLLER
Texte jeder Länge
DER TEUFEL VON GARMISCH

»Wenn ich das richtig verstehe, Sebastian, trauen Sie mir also zu, ein Mörder zu sein«, sagte der Mann kühl. Mit einem metallischen Klicken ließ er das Magazin einrasten. »Finden Sie es nicht ziemlich gewagt, einem bewaffneten Mann so etwas zu sagen?«



Kommissar Schwemmers dritter Fall

ISBN 978-3-89705-899-6

Eine offene Tür wird für Sebastian zur tödlichen Bedrohung. Denn hinter dieser Tür ist ein brutaler Mord geschehen, und der mitleidlose Mörder weiß, dass Sebastian am Tatort war – und dass er viele Spuren hinterlassen hat. Sebastian muss den Mörder finden, um seine Unschuld zu beweisen. Kommissar Schwemmer und seine Leute stehen vor einem komplizierten Fall, und dass man es in Murnau einen weitereren Mord gibt, macht die Sache nicht einfacher. Denn »Der Teufel von Garmisch« hat viele falsche Spuren gelegt.
 

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Leseprobe:

Man kann sich die Welt vorstellen. Man kann sie erleben. Man kann sie fühlen. Man kann sie fürchten. Und man kann sie formen. Erst dann kann man herrschen. Aber das fällt niemandem in den Schoß. Man muss es sich erkämpfen. Es empfiehlt sich eine gute Bewaffnung.

  

Sebastian tastete nach dem Lichtschalter und drückte darauf.
    Was er sah, ließ ihn um Atem ringen. Er konnte es nicht glauben, nicht verstehen. Hilflos wankend suchte er Halt am Türrahmen. Er musste gegen Brechreiz ankämpfen.
    »Sanne ...«, sagte er noch einmal, leise und sinnlos.
    Sie war tot. Ihre Augen waren fort. Dort, wo das Funkeln gewesen war, klafften zwei blutschwarze Löcher. An der Wand hinter ihrem Kopf waren Gewebe, Knochenreste und Blut verteilt.
    Noch nie in seinem Leben hatte Sebastian sich so hilflos und ausgeliefert gefühlt. Er hatte nicht die geringste Idee, was zu tun war. Er starrte auf die Katastrophe, auf den Tod, auf das Ende von allem.
    Als er in den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm, gelangte das nicht bis zu seinem Reaktionszentrum. Und den Schlag auf den Hinterkopf, der ihn in die Ohnmacht schleuderte, nahm er fast dankbar entgegen.



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