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 Der Köln-ThrillerDer Köln-Thriller

»Damit ist Schüller nicht nur
einer der Besten, sondern auch
das Beste, was dem deutschen
Krimi in den letzten Jahren passiert ist.
«

Reinhard Jahn in krimi-forum.de

 

»Packend und spannend. Man wird geradezu hinein gesaugt ...«
Diana Folensky auf rheinland.de

  

»… bewundernswerte Dichte und Phantasie …«
Welt am Sonntag

 

 

 

Der Köln-Thriller

 

Tom ist Killer: ein Profi - der Beste. Doch nun führt ihn ein geheimnisvoller Auftrag zurück:  Zurück in seine Vergangenheit, wo es für Tom einen gefährlichen Kampf auszufechten gilt gegen einen rätselhaften, unsichtbaren Feind - und gegen die schwarzen Schatten seiner Kindheit. 
Denn diesesmal ist er in der Rolle des Opfers: Tom, der Jäger, wird zum Gejagten.

Leseprobe:

       Ich steckte den Knopf meines Funkscanners ins Ohr, zog die Sturmmaske vors Gesicht und kletterte über den Zaun in den Garten des Hauses. Der Bewegungsmelder schaltete die Scheinwerfer und die Videoüberwachung ein. Ich ging zügig zur Verandatür, drückte auf den Startknopf der Stoppuhr an meinem Handgelenk und schoss dann mit der schallgedämpften Halbautomatik ein Loch in die Scheibe. Die Alarmsirene heulte los. Das würde zunächst keine Konsequenzen haben. In dieser Gegend gab es alle paar Tage einen Alarm, niemand kümmerte sich mehr darum. In den letzten Tagen hatte ich noch für etliche zusätzliche Fehlalarme gesorgt. Bis der Wachdienst auftauchte, verging im Normalfall eine Viertelstunde, selten weniger. Ich hörte mit dem Scanner ihren Funk ab. Meistens war es nur ein Mann, aber manchmal kamen sie auch zu zweit. Es blieb ein Unsicherheitsfaktor.

          Das Geheul der Sirene war aus der Nähe schmerzhaft laut, doch es durchdrang meine Konzentration nicht. Ich vergrößerte das Loch, griff hindurch und öffnete die Tür. Dann lief ich die Treppe hinauf zum Schlafzimmer. Die Tür stand offen; sie lag rechts vor mir. Um mit der Rechten aus der Deckung hineinschießen zu können, musste ich daran vorbei.

          Ich stellte mich mit dem Rücken zur Wand neben die Tür, holte den Handspiegel aus der Tasche und hielt ihn in die Türöffnung. Seit der Alarm ausgelöst hatte, waren zwölf Sekunden verstrichen – Zeit genug für den Mann, mit einer Waffe in Deckung zu gehen.

          Doch aus dem Zimmer drohte keine Gefahr. Im Spiegel sah ich ihn. Er saß nackt auf dem Bettrand, vorgebeugt, die Arme vor seinem mächtigen Bauch verschränkt.

          Als ich mit der gehobenen Waffe in die Tür trat, sah er mich nur an. Die Frau lag im Bett, auf die Ellbogen gestützt. Ihre Stirn zeigte eine steile Falte, ihr Blick war eher neugierig als ängstlich.

          »Tu ihr nichts«, sagte der Mann.

          »Wenn sie ruhig bleibt«, sagte ich.

          »Schon okay.« Sie bewegte sich nicht, nur ihre Augen zuckten zwischen uns hin und her. Im Kopfhörer empfing ich die Meldung der Alarmzentrale.

          »Alarmmeldung Lessingstraße 25. Wagen 3, seid ihr noch da in der Nähe?«

          Ich warf ihr die Handschellen aufs Bett. »An die Heizung, schnell.«

          Sie nahm sie und streifte das Laken beiseite.

          »Hier Wagen 3. Wir sind gleich um die Ecke.«

          Nackt setzte sie sich auf den Boden neben den Heizkörper und schloss ihre linke Hand an das Zuleitungsrohr.

          »Vielen Dank«, sagte ich.

          Der Mann saß bewegungslos vor mir, den Kopf gesenkt. »Ich wusste, dass du kommst.« Jetzt hob er den Kopf und sah mich an. »Du warst vor Marios Restaurant neulich, nicht wahr?«

         Ich nickte.

          Der Mann lächelte eigenartig. »Zuerst hatte ich Angst. Sehr sogar. Aber jetzt ... Es muss wohl so sein.«

          »Ja«, sagte ich.

          Sein Lächeln erstarb, er senkte den Kopf wieder. »Ich bin tatsächlich froh, dass es vorbei ist.«

          »Ich auch«, sagte ich.

           Er war der fünfte Mensch, den ich töte.